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ErfolgsgeschichteTelekommunikationFrankreich

Xavier Niel, vom Minitel zu Vodafone: der Autodidakt, der die Telekombranche aufmischte

Ohne Abschluss machte er mit dem Minitel ein Vermögen, drückte mit Free erst die Internet-, dann die Mobilfunkpreise und gründete die Schule 42 und die Station F. 2026 wurde er größter Aktionär von Vodafone. Ein Rückblick auf einen außergewöhnlichen Werdegang.

Xavier Niel. Foto : cmichel67 / CC BY 2.0, über Wikimedia Commons

Er wuchs in Créteil auf, verließ mit 19 die Schule und brachte sich das Programmieren bei, indem er in einer Computer-Wochenzeitschrift abgedruckte Softwarezeilen abtippte. Vierzig Jahre später ist Xavier Niel einer der reichsten Männer Frankreichs und seit Sommer 2026 größter Aktionär eines der europäischen Telekomriesen.

Minitel, das erste Vermögen

1987 startete er mit 19 Jahren sein erstes Geschäft auf dem Minitel, dem damaligen französischen Bildschirmtextnetz. Die Dienste vervielfachten sich, insbesondere Chat-Dienste. Mit 24 war er bereits Millionär.

Ein erster Erfolg, der ihm die Mittel für sein nächstes Vorhaben verschaffte: das Internet.

Free, die Waffe im Preiskampf

1999 gründete er die Iliad-Gruppe und brachte Free auf den Markt. 2002 bot die Freebox Internet, Fernsehen und Telefon für 29,99 Euro im Monat an, ein Preis, der den gesamten Markt umkrempelte.

Zehn Jahre später wiederholte er das im Mobilfunk: 2012 brachte Free Mobile einen Tarif mit Telefonie, SMS und Daten für 19,99 Euro heraus. Die etablierten Anbieter mussten ihre Preise überdenken. Für viele französische Haushalte war die Telefonrechnung danach nie wieder dieselbe.

“Free hat die Telefonrechnung von Millionen Franzosen verändert.”Das weit verbreitete Urteil

42 und Station F: Wetten auf andere

Der Free-Gründer beschränkte sich nicht auf die Telekommunikation. 2013 gründete er 42, eine kostenlose Programmierschule ohne Lehrer und Vorlesungen, die auch ohne Abschluss offensteht. Das Netzwerk zählt heute Dutzende Standorte weltweit.

2017 eröffnete er gemeinsam mit Emmanuel Macron in Paris die Station F, die als größter Start-up-Campus der Welt beworben wird.

Ein europäisches Imperium

Über seine Privatgesellschaften expandierte er über Frankreich hinaus: Monaco Telecom, Play in Polen im Jahr 2020, dann Betreiber in Italien, der Schweiz, Irland und Malta. Zudem hält er Medienbeteiligungen, unter anderem an der Gruppe Le Monde und an Nice-Matin.

Im Juli 2026 erwarb seine Familiengesellschaft Vega vom emiratischen Konzern e& einen Anteil von rund 16 Prozent an Vodafone für fast 6 Milliarden Dollar. Damit wurde er größter Aktionär des Konzerns.

Wie viel ist er wert?

Die Schätzungen gehen je nach Rangliste auseinander. Im Juli 2026 bezifferte das Magazin Challenges sein Vermögen auf über 30 Milliarden Euro, Forbes auf rund 15,5 Milliarden Dollar. Die Differenz ergibt sich aus unterschiedlichen Methoden, doch so oder so zählt der einstige autodidaktische Programmierer zu den reichsten Menschen des Landes.

Quellen

  1. Wikipédia, « Xavier Niel »
  2. Wikipédia, « Iliad SA »
  3. Bloomberg Billionaires Index, « Xavier Niel »